Erstmals anglikanisches Gebet im Petersdom

Ökumenische Premiere im Petersdom: Erstmals in der Geschichte findet in der Kirche des Papstes ein Gebet nach anglikanischem Ritus statt. Anlass ist der anglikanisch-katholische Dialog, der vor 50 Jahren angestoßen wurde.

Wie das Internetportal "Il Sismografo" am Dienstag unter Berufung auf das Anglikanische Zentrum in Rom berichtete, ist im Petersdom am 13. März ein anglikanisches Chorgebet geplant. Der Hausherr der Basilika, Kardinal Angelo Comastri, habe die Erlaubnis dazu gegeben.

Die liturgische Veranstaltung stehe im Zusammenhang mit den 50-Jahr-Feiern der offiziellen Aufnahme des anglikanisch-katholischen Dialogs 1966. Papst Franziskus und das Ehrenoberhaupt der Anglikaner, Erzbischof Justin Welby, hatten aus diesem Anlass Anfang Oktober in der römischen Kirche des heiligen Gregor ein gemeinsames Abendgebet gehalten.

Das anglikanische Choralgebet am 13. März wird geleitet vom anglikanischen Erzbischof David Moxon, Direktor des anglikanischen Zentrums und anglikanischer Repräsentant beim Vatikan. Die Predigt hält der katholische britische Kurienerzbischof Arthur Roche, Sekretär der Gottesdienstkongregation.

Die anglikanische Kirche entstand zur Zeit der Reformation in England. König Heinrich VIII. brach 1533 mit dem Papst, weil dieser sich weigerte, die Ehe des Königs zu annullieren. Als Oberhaupt einer neuen Staatskirche setzte Heinrich VIII. 1534 sich selbst ein. In der Glaubenslehre blieben die Anglikaner zunächst bei der katholischen Lehre. Später setzten sich protestantische Einflüsse durch.

(KNA)

Oktober 2016: Papst empfing Anglikaner-Oberhaupt Welby (Archiv)                Copyright: epd  

Oktober 2016: Papst empfing Anglikaner-Oberhaupt Welby (Archiv)                Copyright: epd